Nemaline Myopathie (NEM)
Die nemalinen Myopathien sind eine klinisch und
genetisch heterogene neuromuskuläre Erkrankung mit in der Regel
nicht progredienter Muskelschwäche unterschiedlichen Schweregrades.
Das Manifestationsalter der NEM ist sehr variabel und wird klinisch
nach Beginn und Schwere der Muskel- und Atemprobleme in mehrere
Gruppen unterteilt. NEM wird sowohl autosomal-dominant wie auch
autosomal-rezessiv vererbt, und Mutationen in 6 Genen wurden bisher
als Ursache erkannt: TPM3 (1q22, a-Tropomyosin-3; NEM1),
NEB (2q22, Nebulin; NEM2), TPM2 (9p13, Beta-Tropomyosin;
NEM4), TNNT1 (19q13, Troponin T1; NEM5), CFL2
(14q12, Cofilin-2; NEM7) und ACTA11 (1q42.1, Skelettmuskel-Alpha-Actin
1). Die Diagnose wird durch histologischen Nachweis von stabförmigen
Strukturen, den sog. 'nemaline bodies' (griech. 'nema' = Faden),
im Muskel¬biopsat gesichert.
NEM1 ist eine autosomal dominant vererbte neuromuskuläre
Erkrankung. Sie wird verursacht durch Mutationen im TPM3-Gen
auf Chromosom 1q22. NEM1 ist charakterisiert durch Krankheitsbeginn
im frühren Kindsalter mit langsam progressiver Schwäche
der Gesicht-, Halsbeuger- und proximalen Muskulatur der Gliedmaßen,
Muskelhypotonie und reduzierte bis fehlende tiefe Sehnenreflexe.
Für Mutationsanalysen im TPM3-Gens
(NEM1) werden die 14 Exons mittels Polymerase-Ketten¬reaktion
(PCR) amplifiziert und unter Einschluss der konservierten Exon/Intron-Grenzen
direkt sequenziert. Damit sind die Exons der Isoformen 3-5 des TPM3-Gens
mit eingeschlossen.
Für Mutationsanalysen im TPM2-Gens
(NEM4) werden die 10 Exons mittels Polymerase-Ketten¬reaktion
(PCR) amplifiziert und unter Einschluss der konservierten Exon/Intron-Grenzen
direkt sequenziert. Damit sind die Exons der Isoformen 1-2 des TPM2-Gens
mit eingeschlossen.