Morbus Alexander (Alexander-Krankheit, OMIM #37780) ist eine neurogenetische
Erkrankung welche insbesondere mit einer Degeneration
der weißen Substanz einhergeht. Es können unterschiedliche
Verlaufsformen unterschieden werden: Das Manifestationsalter kann
in der frühen Kindheit (infantil), im ersten
bis zweiten Lebensjahrzehnt (juvenil) oder im Erwachsenenalter
(adult) liegen, wobei mildere Verlaufsformen mit
einem späteren Manifestationsalter einhergehen. Charakteristisch
ist bei Kleinkindern mit Morbus Alexander eine Leukodystrophie,
Makrocephalus, das Auftreten von Krampfanfällen
und psychomotorische Retardierung. Bei der juvenilen
und adulten Form sind klinisch charakteristisch Ataxie,
Bulbärsymptomatik und das Auftreten einer
Spastik. Neuroradiologische Kriterien wurden von
van der Knaap definiert (AJNR, 2001): Unter anderem sind Veränderungen
der weißen Substanz, eine Erweiterung des Ventrikelsystems
sowie Veränderungen der Basalganglien und Thalamus sowie Veränderungen
des Hirnstamms kennzeichnend. Ursache für Morbus Alexander
sind Mutationen im Glial Fibrillary Acidic Protein (GFAP)-Gen,
welche zu zytoplasmatischen Einschlüssen, den sogenannten Rosenthal-Fasern
in Astrozyten führen. Eine sichere Bestätigung der Diagnose
war bis 2001 nur durch die neuropathologische Untersuchung und den
Nachweis sog. Rosenthalfasern möglich. Die genetische Untersuchung
ermöglicht nun die schnelle Abklärung bei klinischem Verdacht
auf Morbus Alexander.
Die häufigste, infantile Verlaufsform tritt in der Regel sporadisch
auf, bei allen bisher molekulargenetisch bestätigten Fällen
wurden dominante Neumutationen im GFAP-Gen als Ursache
nachgewiesen. Bei spätmanifesten Verlaufsformen wurden auch
Familien mit autosomal-dominanter Vererbung beschrieben.
Methodik:
Mutationssuche im GFAP-Gen.