Caveolinopathie (LGMD1C)
Muskeldystrophien sind eine klinisch und genetisch heterogene Gruppe
primär degenerativer, progressiv verlaufender Muskelerkrankungen.
Das Manifestationsalter der Erkrankung ist sehr variabel. Die Klassifikation
der vielen Formen der Muskeldystrophien erfolgt heute zumeist auf
Grund ihrer defekten Genprodukte und der Vererbungsmuster. Eine
Untergruppe der Muskeldystrophien stellen die Gliedermuskeldystrophien
(limb girdle muscular dystrophy, LGMD) dar. LGMDs werden in autosomal
dominante (LGMD1A-1D) und rezessiv (LGMD2A-J) vererbte Formen unterteilt.
Die Caveolinopathie (LGMD1C) ist eine autosomal dominant vererbte
Gliedergürteldystrophie. Sie wird verursacht durch Mutationen
im Caveolin-3-Gen (CAV3) auf Chromosom 3p25. Die langsam progrediente
Erkrankung beginnt vor dem 10. Lebensjahr. Die Gehfähigkeit
bleibt meist bis ins Erwachsenenalter erhalten. In seltenen Fällen
wurde auch Herzbeteiligung beobachtet. Als Ursache für die
LGMD1C wurden 9 Punktmutationen und zwei Deletion beschrieben. CAV3-Mutationen
verursachen neben der LGMD1C auch Krankheitsbilder wie „muscle
rippling disease“ (mechanisch ausgelöste Kontraktionen
der Skelettmuskulatur), distale Myopathie, isolierte Hyper-CK-Ämie
ohne klinische Manifestationen und die hypertrophe Kardiomyopathie.
Üblicherweise liegen CAV3-Mutationen in hetero¬zygoter
Form vor. Vereinzelnd homozygot Betroffene zeigen ein deutlich schwerer
ausgeprägtes Krankheitsbild.
Für Mutationsanalysen im CAV3-Gens werden die beiden Exons
mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) amplifiziert und unter Einschluss
der konservierten Exon-Intron- Grenzen direkt sequenziert.