Die Chorea
Huntington ist eine autosomal-dominant erbliche Erkrankung des zentralen
Nervensystems mit progressivem Verlauf, meist gekennzeichnet durch
ungebremste unwillkürliche Bewegungen. In unterschiedlichem
Maße treten, oft schon vor den motorischen Störungen,
geistige und besonders vielgesstaltige psychische Veränderungen
auf.
Autosomal bedeutet, daß die Krankheit nicht geschlechtsgebunden
ist, sowohl Männer als auch Frauen können davon betroffen
sein. Dominant bedeutet, daß jeder, der das kranke Gen hat,
irgendwann in seinem Leben die Krankheit bekommen wird. Dominant
erblich bedeutet, daß jedes Kind eines Defekt-Gen-Trägers
ein 50%iges Risiko hat, das defekte Gen geerbt zu haben
Nach groben Schätzungen haben in Westeuropa und Nordamerika
ungefähr 7 von 100.000 Menschen die Huntington-Krankheit. Das
bedeutet, daß es in Deutschland ca. 6000 HD-Betroffene (HD
=Huntingtons Disease) gibt, in Österreich wird die Zahl der
HD-Erkrankten auf ca 500 geschätzt.
Die ersten Anzeichen der Krankheit zeigen sich meistens zwischen
dem 35. und 45. Lebensjahr, obwohl die Krankheit auch bei jüngeren,
sogar sehr jungen Menschen, aber auch erst in höherem Lebensalter
auftreten kann.
Mit der Manifestation der Krankheit setzt ein progredienter Abbau
von Nervenzellen in zwei sehr wichtigen Bereichen des Gehirns ein.
E handelt sich dabei um folgende Bereiche: Die sogenannten Basalganglien
und die Hirnrinde. Der Untergang der Nervenzellen oder Neurone zeigt
sich am deutlichsten im sogenannten Nucleus caudatus und dem Putamen
(Striatum), Teilbereichen der Basalganglien, mit 50 - 60%igem Volumenverlust.
Die Basalganglien zählen zu den subkortikalen extrapyramidalen
Kerngebieten des Endhirns, die als Regelzentren des Muskeltonus,
der unwillkürlichen und Koordinationsbewegungen, der Körperhaltung,
der Ausdrucks- und Abwehrbewegungen und des Gleichgewichts funktionieren.
Bewegungen werden hier aufeinander abgestimmt, wo durch ein harmonischer
Bewegungsablauf entsteht. D.h., das normale Bewegungsmuster ist
untrennbar an die intakte Funktion der Basalganglien gekoppelt.
Die Hirnrindem, mit den Windungen und Furchen an der Hirnoberfläche,
hat eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben, zusammenfaßbar
unter dem Begriff "geistige Tätigkeit". Um verstandesmäßig
normal zu funktonieren, muß die gesamte Hirnrinde intakt sein.
Eines der Hauptmerkmale des Absterbens von Rindenzellen ist eine
Abnahme des Verstandesvermögen, ein Intelligenzverlust bis
hin zur Demenz.
aus: Homepage
der Deutschen Huntington Hilfe e.V.