Episodische Ataxien
Definition
Die episodischen (auch: paroxysmalen) Ataxien sind autosomal dominant
vererbte Erkrankungen, die durch kurze Episoden von Ataxie charakterisiert
sind.
Nach
genetischer Untersuchung unterscheidet man zwei Formen:
Episodische
Ataxie Typ 2 (EA-2)
Ursächlich für die episodische Ataxie Typ 2 (EA-2) sind
Mutationen im Gen CACNA1A (19p13) eines
neuronalen P/Q-Typ-Calciumkanals, die zum Funktionsverlust des Kanals
führen. Mutationen in diesem Gen verursachen auch die familiäre
hemiplegische Migräne und die Spinozerebelläre Ataxie
Typ 6 (SCA6).
Die EA-2 zeichnet sich durch längere ataktische Perioden
von 15 Minuten bis zu mehreren Tagen aus. Auslöser sind Stress
und körperliche Betätigung. Häufig werden die Attacken
von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen begleitet.
Bei etwa der Hälfte der Patienten besteht zusätzlich Migräne,
in wenigen Fällen Epilepsie. Zwischen den
Attacken findet sich häufig bei älteren Patienten ein
leichtes, langsam progredientes zerebelläres Syndrom. Die Erkrankung
beginnt im frühen Erwachsenenalter (selten früher oder
später).
