Familiäre
hemiplegische Migräne (FHM)
Die
familiäre hemiplegische Migräne ist ein seltener, autosomal-dominant
vererbter Migränetyp mit Aura. Ursächlich
für die FHM sind in fast der Hälfte der Familien Mutationen
im Gen CACNA1A (19p13) eines neuronalen
P/Q-Typ-Calciumkanals. Mutationen in diesem Gen verursachen auch
die die episodische Ataxie Typ 2 (EA-2) und die Spinozerebelläre
Ataxie Typ 6 (SCA6).
Charakteristisch für die Aura FHM sind Lähmungserscheinungen,
Seh- und Sprachstörungen, Fehlempfindungen
der Haut, Wachsamkeitsstörungen bis hin zum Koma,
aber auch Bewusstseinstrübungen und Erinnerungsverluste.
Die Aura geht oft mit einer allmählich zunehmenden Lähmung
auf einer Körperseite (= Hemiplegie) einher, die über
mehrere Tage anhalten kann. Im Gegensatz zu anderen Migräneformen
sind Männer und Frauen gleich häufig betroffen.
