Friedreich Ataxie ist
eine neurodegenerative Erkrankung mit autosomal rezessivem Erbgang.
Sie ist mit einer Prävalenz von 1:30-50.000 die häufigste
Form der hereditären Ataxie.
Die klinische Symptomatik
der FA umfasst neben einer progredienten Gang- und Extremitätenataxie
auch ausgefallene Muskeleigenreflexe, Pyramidenbahnzeichen, Tiefensensibilitätsstörungen,
Dysarthrie und Kardiomyopathie. Außerdem können Symptome
wie Hohlfüße, Skoliose, Hörstörungen und Diabetes
mellitus hinzukommen. Die klinische Bandbreite kann, auch innerhalb
einer Familie, sehr variabel sein. Die Symptomatik beginnt häufig
vor dem 25. Lebensjahr, wobei spätere Erstmanifestationen auch
vorkommen.
Neuropathologisch liegt
eine Degeneration von Spinalganglien, Hintersträngen, spinozerebellären
und kortikospinalen Bahnen sowie eine Atrophie myelinisierter sensibler
Fasern im peripheren Nervensystem vor, während degenerative
Veränderungen in Zerebellum, Pons und Medulla meist nur mäßig
ausgeprägt sind.
FA wird durch eine Trinukleotidexpansion
im Intron 1 des Gens X25 (FRDA) auf Chromosom 9q13 verursacht. Eine
Wiederholung des Tripletts (GAA)n über eine Anzahl von 66 führt
zu dem klinischen Erscheinungsbild einer Friedreich Ataxie, wenn
beide Gene betroffen sind. Dies trifft für die meisten der
Patienten zu. In wenigen Fällen kann die Ursache der Erkrankung
jedoch auch auf andere Mutationen im Gen X25 zurückgeführt
werden. Diese Patienten haben auf einem Allel ein expandiertes GAA-Repeat-Motiv
und auf dem anderen Allel eine Punktmutation. Die Trinukleotidexpansion
bewirkt eine Unterdrückung der FRDA-Genexpression und somit
den Ausfall des mitochondrial lokalisierten Proteins Frataxin. Das
führt zu einer unphysiologischen Eisenakkumulation in den Mitochondrien.
Eine kausale Therapie
steht noch aus.