Eine der seltenen Formen der monogenen Hypertonien
ist der autosomal dominant vererbte glukokortikoid-supprimierbarer
Hyperaldosteronismus (GSH). Die Erkrankung ist durch arterielle
Hypertonie schon im jugendlichen Alter gekennzeichnet, der Aldosteronspiegel
ist deutlich erhöht. Der Blutdruck kann nicht durch die gewöhnlich
eingesetzten Hypertoniemedikamete wie ACE-Hemmer oder ?-Blocker
normalisiert werden, kann jedoch durch die Einnahme von Dexamethason
gesenkt werden. Die Arbeitsgruppe um Richard P. Lifton hat 1992
die Ursache für die Erkrankung aufgeklärt. Bei Patienten
mit GSH wurde ein „chimäres“ Gen, das den Promotor
des 11-? Hydroylase (CYP11B2)-Gens und den kodierenden Teil des
Aldosteronsynthase (CYP11B1)-Gens enthält, nachgewiesen. Das
„chimäre“ Gen produziert ein verändertes Enzym,
das zur erhöhten Aldosteronproduktion und zum erniedrigten
Reninspiegel führt. Zusätzlich werden zwei Metaboliten
des Aldosteronsynthesewegs freigesetzt (18-Hydroxykortikosteron
und 18-Hydroxycortisol). Die erhöhte Aldosteronkonzentration
bewirkt oft eine vermehrte Kalium- und verminderte Natrium-Ausscheidung
über die Nierentubuli.
Für die GSH-Diagnostik werden das „chimäre“
Gen (CYP11B1/2) inklusive Promotor des 11-beta Hydroxylase-Gens
(CYP11B1; 5’UTR) und dem kodierenden Teil des Aldosteronsynthase-Gens
(CYP11B2; Intron 5) sowie das CYP11B2-Gen mittels long range Polymerasenkettenreaktion
(PCR) amplifiziert.