Die kongenitalen Muskeldystrophien (CMD) stellen eine heterogene
Gruppe autosomal-rezessiv vererbter Erkrankungen dar. Leitsymptome
bei den 11 bisher beschriebenen Untergruppen der CMD sind generalisierte
Muskelhypotonie, Muskelschwäche, verzögerte motorische
Entwicklung und variable Kontrakturen bei Geburt bzw. innerhalb
der ersten 6 Lebensmonate. Anhand immunhistochemischer Muskel-Untersuchung
können die verschiedenen Formen der CMD unterschieden und eine
gezielte molekulargenetische Untersuchung durchgeführt werden.
Die MDC1A ist die häufigste CMD in Europa. Bei dieser klassischen
CMD-Form fehlt ?2-Laminin (Merosin) zumindest teilweise als Folge
von Mutationen im ?2-Laminin-Gen (LAMA2) in der Immunhistochemie.
Betroffene Kinder zeigen schwere generalisierte Muskelhypotonie
und Muskelschwäche, und es kann in der Neonatalperiode zu Schluck-
und Atemstörungen kommen. Freies Stehen / Laufen wir nur selten
erlernt. Manchmal treten leichte mentale Entwicklungsstörungen
und zerebrale Krampfanfälle auf. Zusätzlich können
die Patienten an Leukenzephalopathie, Kardiomyopathie oder Epilepsie
leiden. Häufig korreliert das Ausmaß des Laminin 2-Mangels
mit der Schwere der Erkrankung. Andererseits lässt eine partielle
Laminin 2-Mangel keine sichere Prognose zu. Bisher wurden ~85 Mutationen
im LAMA2-Gen (6q22-q23; 65 Exons; cDNA 9,4kb) nachgewiesen. Wir
vervielfältigen alle 65 Exons des LAMA2 Gens mit Polymerase-Kettenreaktion
(PCR) und sequenzieren unter Berücksichtigung der konservierten
Exon /Intron Grenzen direkt.
Übersichtsartikel:
von Moers A., Straub V, Wilichowski E, Diagnostik kongenitaler Muskeldystrophien
Nervenheilkunde 2003; 22:210-5