Schimke-Dysplasie
Die immuno-ossäre Dysplasie Typ Schimke (SIOD)
ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung mit pleiotropen
Veränderungen an Skelett, Niere, Haut und Immunsystem. Die
Erkrankung geht einher mit primordialem Kleinwuchs, Immundefizienz,
Knochenmarkversagen, zerebralen Ischämien, hyperpigmentierten
Makulae, feinem Haar, spondylo-epiphysärer Dysplasie und führt
über progrediente Niereninsuffizienz, Knochenmarkversagen oder
zerebraler Ischämie zu fatalem Ausgang. Therapeutische Optionen
bestehen neben der supportiven Therapie mit Wachstumhormon, hämatopoetischen
Faktoren, antihypertensiver Therapie, Infektionsprophylaxen und
Thrombozytenaggregationshemmung in der Nierentransplantation und
ggf. der Transplantation von hämatopoetischen Stammzellen.
Als Ursache für das Erkrankungsbild sind
Mutationen im SMARCAL1 (SWI/SNF related, matrix associated,
actin dependent regulator of chromatin, subfamily a-like 1)-Gen,
dessen Genprodukt Bestandteil eines Multiproteinkomplexes ist, der
eng mit der Funktion und Struktur des Chromatins verbunden ist.
Inzwischen wurden ~30 Mutationen im SMARCAL1-Gen
(2q34-q35; 18 Exons) veröffentlicht. Für Mutationsanalyse
des SMARCAL1-Gens werden die 17 codierenden Exons mittels Polymerase-Kettenreaktion
(PCR) amplifiziert und unter Einschluss der konservierten Exon/Intron
Grenzen direkt sequenziert.